Ubud

Ubud

Wir haben das Land gewechselt. Von Sukhothai in Thailand sind wir mit dem Nachtbus nach Bangkok gefahren. Am nächsten Vormittag hob unser Flieger mit dem Namen Pineapple Express Richtung Singapur ab. Dort stiegen wir für eine kurze Zwischenlandung aus, nur um eine Stunde später wieder in dasselbe Flugzeug zu steigen, das uns nun nach Denpasar brachte. Denpasar auf Bali, Indonesien. Erste Station: Ubud. Touristenhochburg, Backpackerzentrale, Hipsterzentrum, Kulturtempel und Wohlfühloase. Ubud versucht, tatsächlich recht erfolgreich, all das zu vereinen. Für drei Tage haben wir mal vorbeigeschaut.

Da waren wir wieder. Bali, wo wir knapp zwei Jahre zuvor unseren ersten großen gemeinsamen Urlaub verbracht haben. Unsere Generalprobe für die Weltreise. So war jedenfalls Marias Aussage, bevor sie sich damals zwei Wochen vor dem Abflug den Knöchel brach, wir den Urlaub verschieben mussten und ohne Generalprobe mit der Planung der Weltreise begannen. Angeblich soll die Premiere nach einer verpatzten Generalprobe immer super verlaufen. Ich denke wir können diese Aussage weiter festigen. Bisher ist unsere Weltreise ein voller Erfolg, inklusive aller Höhen und Tiefen.

Der Wiedereinstieg in Bali wurde uns dadurch versüßt, dass alles einfach funktionierte. In der Ankunftshalle wurden wir bereits mit einem Namensschildchen erwartet und fünf Minuten später saßen wir im Auto Richtung Ubud. Nyoman, unser Fahrer, quatschte munter drauf los und kutschierte uns sicher bis vor die Haustür unserer Unterkunft, wo wir bereits erwartet wurden.

Eine Oase in Ubud

Ein Wort zur Unterkunft: Wir suchen unsere Bleiben häufig auf Buchungsportalen. Ausschlaggebend sind für uns nach dem Preis vor allem die Bewertungen und Rezensionen anderer Gäste. Nach diesen Kriterien filtern wir die Angebote in einem Ort und haben meist noch eine Handvoll übrig, die wir uns dann genauer ansehen. In Ubud gab es mit dieser Methode nur ein Problem: Es blieben einfach zu viele gute Unterkünfte übrig. Also verschärften wir die Filter und landeten letztlich bei einer Herberge, die in unser Budget passte und tatsächlich mit 9,9 von 10 Punkten bewertet war. Die haben wir gebucht und ich nehme es vorweg: Wir wurden nicht enttäuscht.

Ein wenig versteckt in einer wirklich schmalen Gasse (ein Motorroller passte gerade hindurch) befindet sich das Murdha Sari Guesthouse. In einem typisch indonesisch liebevoll gepflegten Innenhof steht ein neu gebautes Häuschen mit vier Privatzimmern. Alle mit einer kleinen Terrasse und Blick auf einen schmalen Gartenstreifen. Helle Wände und dunkle Massivholzmöbel, dekorativ gefaltete Handtücher und frische Blüten überall im Zimmer. Einfach ein Traum aus Südostasien. Wenige Minuten nach unserer Ankunft erschienen unsere Gastgeber mit Willkommensdrinks und kleinen Snacks. Die bekamen wir an allen folgenden Tagen, immer wenn wir am Nachmittag in die Unterkunft zurückkehrten. Auch sonst wurden wir jederzeit zuvorkommend umsorgt. Hier fühlten wir uns richtig wohl und verlängerten kurzerhand unseren Aufenthalt um eine Nacht. Ich würde hier jederzeit wieder übernachten und kann es nur jedem wärmstens empfehlen. (Und nein, wir bekommen keine Kommission.)

Bummeln in Ubud

Ach ja, in Ubud kann man noch mehr machen, als nur die Unterkunft genießen. Das Schöne an diesem Ort ist aber gleichzeitig, dass man es nicht muss, denn keine der Sehenswürdigkeiten ist so sehenswert, dass man nicht in Ubud gewesen ist, wenn man nicht Tempel X oder Markt Y gesehen hat. Klingt nach einem entspannten Ort? Ist es. Trotz der omnipräsenten Touristen. Ubud ist definitiv nicht off the beaten path.

Wir ließen es daher auch ganz entspannt angehen. Auf dem Markt schlenderten wir von Souvenir- zu Klamotten- zu Gemälde- zu Souvenirstand. Es müssen Dutzende gewesen sein. Eine Verkäuferin erschien uns dabei verzweifelter zu sein als die andere. Es war deutlich zu spüren, dass die Hochsaison noch nicht eingesetzt hatte und jeder krampfhaft versuchte ein paar Rupiahs zu verdienen. Es gibt auf diesem Markt wirklich jede Menge schöne Dinge zu kaufen. Wie schade, dass der Platz in unseren Rucksäcken so begrenzt ist.

Der königliche Palast

Mitten in der Stadt steht Puri Saren Ubud, der königliche Palast von Ubud. Gebaut Anfang des letzten Jahrhunderts ist er ein schönes Beispiel balinesischer Architektur. Nur ein kleiner Teil des Palasts kann besichtigt werden, da die Erben noch heute im übrigen Teil wohnen und das gesamte Ensemble in einem tadellosen Zustand halten. Erfreulicherweise ist der Eintritt hier sogar frei. Nur für die allabendliche Tanzshow wird eine Gebühr fällig. Da uns gerade nicht danach war, kamen wir recht günstig zu ein paar schönen Bildern.

Nur wenige Schritte vom königlichen Palast entfernt liegt, ein klein wenig versteckt zwischen Starbucks und einem Café, eine sehr schön anzuschauende Tempelfront. Flankiert von zwei großen Wasserbecken mit Lotuspflanzen, schreitet man auf einem steinernen Weg dem Eingang von Pura Taman Saraswati entgegen. Es fühlt sich wirklich ein bisschen wie Schreiten an. Wer’s nicht glaubt, sollte es selbst mal versuchen. Ein wenig deplatziert wirkten ein paar Dreiviertelwüchsige, die versuchten, im Lotusdickicht einen Fisch auf ihre Angelhaken zu locken. Ach ja, anschauen kann man sich als unvorbereiteter Tourist tatsächlich nur die Tempelfront. Wie in vielen Tempeln auf Bali ist der Zutritt zum Inneren den Gläubigen zum Beten vorbehalten. Touristen dürfen auch hinein, allerdings nur in traditioneller indonesischer Tracht. Wer hat eine im Schrank?

Balinesische Küche

Was passiert, wenn man so lange durch Tempel und Märkte wandert? Man bekommt Hunger! Klar gibt es in Ubud Myriaden von Restaurants, Bars und Warungs (Garküchen), deren einziger Daseinszweck das Füttern von Touristen ist. Eines Tages wird aber jeder Tourist seine Schritte gen Heimat lenken und ist wieder auf sich selbst gestellt. Wohl dem, der vorgesorgt hat. Genau das habe ich mir an einem Vormittag vorgenommen. Meine Mission: Ein paar Geheimnisse der balinesischen Küche während eines Kochkurses zu lüften.

Los ging es mit dem Besuch eines lokalen Marktes. Diesmal nicht der mit den Souvenirständen, sondern der mit dem guten Zeug: Gemüse, Obst, Kräuter, selbstgebrannter Alkohol, Gewürze und Fleisch. Kurzum, alles was die balinesische Hausfrau in der Küche benötigt. Auf Bali ist es in der Regel nach wie vor die Frau, die sich um das leibliche Wohl der Familie kümmert.

Nun tummelten sich auf dem Markt nicht nur die Einheimischen, sondern auch noch sieben Touristen mit ihrem Guide, Schrägstrich Kochlehrer. Der hob hier eine Verwandte der Aubergine aus dem Korb und zerrieb dort ein wenig aromatischen Ingwer zwischen den Fingern. Ließ uns am selbstgebrannten Arrak, einem Schnaps aus Zuckerrohr und Reismaische, riechen und verschiedene Nüsse probieren. Nur um das Fleisch machte er einen Bogen und versicherte uns, dass das im Kochkurs verwendete Fleisch aus dem Supermarkt stamme. Puh, da ist mein Magen wohl knapp am Katastrophenernstfall vorbeigeschrammt.

Auf dem Reisfeld

ein unter Wasser gesetztes Reisfeld mit zarten Stängeln mitten in UbudDer nächste Stopp sah für balinesische Verhältnisse eher unspektakulär aus, denn es handelte sich um ein Reisfeld. Doch auch hier erfuhr ich einige interessante Fakten. Dies sind die wichtigsten:

Es ist für einen Bauern einträglicher Reis zu säen als Erdnüsse. Diese pflanzt er dennoch nach jeder fünften Reisernte, um den Boden zu regenerieren.

Ein Reisfeld von 100 Quadratmetern in Ubud verspricht alle vier Monate eine Ernte von 50 Kilogramm weißem ungeschälten Reis. Ohne Schalen sind es immerhin noch 45 Kilogramm. Ein Kilogramm Reis (ungekocht) verspeist eine vierköpfige Familie pro Tag.

Auf Bali wachsen vier verschiedene Arten von Reis. Sortiert von günstig nach teuer: weißer Reis, weißer Klebereis, schwarzer Klebereis, roter Reis. Der rote Reis ist außerdem der gesündeste, da er wenig bis keinen Zucker enthält. Er ist aber auch der teuerste, da er nicht überall wächst und auch noch länger braucht, bis er geerntet werden kann. Was man an so einem unspektakulären Reisfeld-Stopp nicht alles lernen kann.

Wohnen Bali-Style

Angekommen am eigentlichen Schauplatz des Kochkurses, erhielten wir zunächst eine kurze Erläuterung des Grundaufbaus eines traditionellen balinesischen Zuhauses. Es wird entsprechend den vier Himmelsrichtungen ausgerichtet und besteht in seiner Grundform aus vier Gebäuden. Im Norden liegt das Haus der Großeltern. Gegenüber, im Süden, befindet sich das Küchengebäude. Im Westen wird das Wohnhaus der Familie gebaut und im Osten ist der Platz für die wichtigen Zeremonien, wie Geburt, Hochzeit und so weiter.

Die nordöstliche Ecke ist dem Familientempel vorbehalten, dem Zuhause der Vorfahren. Diesen Tempel sieht man wirklich an jedem balinesischen Haus. Mal sehr klein und spartanisch, mal wirklich groß und prunkvoll. Ein jeder macht das so, wie er eben mag, beziehungsweise wie er es sich leisten kann. Hauptsache die Ahnen haben einen angemessenen Platz im Kreis der Familie.

Für die Geister

eine balinesische, hinduistische Opfergabe - liebevoll von Jan hergerichtetUnd da wir uns damit gerade in spirituellen Höhen befanden, bastelten wir gleich noch unsere höchstpersönlichen Opfergaben. Bananenblätter werden so zurechtgeschnitten, dass mit ein paar Faltungen ein kleines quadratisches Schälchen entsteht, zusammengehalten durch kleine Spießchen. Hinein kommt ein Päckchen von dreierlei Blättern, welche die hinduistische Dreieinigkeit symbolisiert. In jede Ecke eine andersfarbige Blüte und obenauf ein wenig gehobeltes Pandanblatt. Fertig ist die Alltagsopfergabe.

Die Balinesen platzieren diese entweder auf den Schreinen für die guten Geister oder auf dem Boden für die bösen Geister. Eine Familie benötigt an einem normalen Tag etwa 20 bis 25 dieser kleinen Opferschälchen. An besonderen Tagen werden die Opfer größer und teilweise extrem aufwendig. Mit der Herstellung werden meist die Frauen betraut. Mein Opferschälchen stellte ich übrigens auf den Boden. Oben war es schon recht voll und ich hatte das Gefühl, das Gleichgewicht wieder herstellen zu müssen.

Ran an den Herd

Nun aber wirklich ran an den Herd! Wenn man es genau nimmt, dreht sich der Großteil der balinesischen Küche um die Soßen, die mit allerlei Gewürzen zubereitet werden. Wir sieben Kochlehrlinge schickten uns an diesem Morgen zunächst an, zwei grundlegende Dinge zuzubereiten: Kokosnussöl und Bumbu Bali. Letzteres ist die balinesische Allzweckwaffe im Kampf gegen fades Essen und Ketchup. Es handelt sich um eine Gewürzpaste aus 17 Zutaten, die als Basis in nahezu alle balinesischen Gerichte wandert. Sie schmeckt im Übrigen zu Krabbenchips auch pur schon sehr lecker.

Dann wieder Reis. Diesen zu kochen kam mir hier wie eine kleine Wissenschaft vor. Vorquellen, Dämpfen, Spülen, Wässern, Dämpfen und Ausdampfen. So viele Schritte… Puh, keine Ahnung, ob ich das wiederholen kann. Ich kann mich allerdings gut rausreden: Ich besitze keinen Bali-Style Reistopf mit geflochtenem Bambus-Dämpfer-Einsatz und Tondeckel. Der so gedämpfte Reis war aber zugegebenermaßen so lecker, dass sich ein Wiederholungsversuch durchaus lohnen würde.

Balinesisches Koch-Bootcamp

Im Übrigen glich der Kochkurs einem Koch-Bootcamp. Sieben Kochnovizen standen in einer Reihe, bewaffnet mit scharfen Messern und einem Holzbrett. Diese Linie schlecht ausgebildeter Laien zerhackte mit überraschender Geschwindigkeit alles was ihnen unter das Messer gelegt wurde. Einiges genügte den Qualitätsansprüchen des Chefs nicht und landete am Retourschalter, aber letztendlich wurde alles zu seiner Zufriedenheit zerlegt.

Ähnlich verhielt es sich mit dem eigentlichen Kochen. Jeweils ein Koch (ja klar…) und ein Assistent (schon eher) standen an einer Pfanne und taten wie ihnen geheißen. Ein Löffel hiervon und ein Löffel davon. Rühren! Schneller! Es hat Spaß gemacht, aber ehrlich gesagt, habe ich keine Ahnung was ich wann gekocht habe. Egal: das Erlebnis und das Ergebnis sind die beiden Dinge, die am Ende die Erinnerung ausmachen. Das Verputzen unserer selbst gekochten Gerichte war deshalb auch das Highlight des Vormittags: Hühnchensuppe, Gemüsesalat mit Hühnchen, frittiertes Soyabrot in süßer Sojasoße, im Bananenblatt gedämpfter Fisch, Hühnchencurry, Satay-Spieße und als Dessert grüne Pfannkuchen mit süßer Kokosfüllung. Alles Bali-Style natürlich. So, so lecker!

Die Reisterrassen von Tegalalang

Rund um Ubud gibt es zahlreiche fotogene Reisfelder. Einige hatten wir bereits vor zwei Jahren besucht. Diesmal wollten wir uns die Reisterrassen von Tegalalang anschauen. Definitiv ein weiterer Touristenhotspot von Ubud. Leicht zu erkennen an dutzenden Cafés, Restaurants und Souvenirverkäufern, die alle versuchen ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Außerdem wachsen dank Instagram und Co an allen möglichen Stellen Selfie-Spots aus dem Boden, so dass es immer schwieriger wird schöne Aussichten zu finden, von denen man kostenfrei Bilder machen kann. Für die Summe x darf man sich aber auf Schaukeln oder in große Strohnester setzen, in einem geflochtenen Herz oder vor irgendeinem I love Bali-Schriftzug posieren. Nicht unser Geschmack. Wir suchen doch lieber die letzten naturbelassenen Ausblicke für ein schönes Bild.

Die Reisterrassen von Tegalalang sind wirklich schön anzuschauen. Wieviel schöner sie gewesen sein müssen, als die eine Seite des Tals noch nicht mit dieser Touristenhölle zugebaut war! Wie dem auch sei. Wir wollten uns die Terrassen gern auch aus der Nähe beschauen und kauften uns die entsprechenden Tickets. Damit, so dachten wir, stünde uns die Welt der Reisfelder offen. Denkste. Hier versuchen wirklich alle Geld zu machen. Nachdem wir die Talsohle erreicht und eine schmale Brücke überquert hatten, standen wir vor einem kleinen Dach. Dort baute sich eine kleine Frau in der Mitte des Weges vor uns auf und forderte eine donation, eine Spende, für den Unterhalt der Brücke. Ach ja, bis hierhin konnten wir im Grunde kaum etwas von den Reisterrassen sehen. Wir fühlten uns schlicht und ergreifend betrogen, hatten wir doch bereits ein Ticket für die Terrassen gekauft und nicht nur eines für den Weg zur Talsohle.

Reis, soweit das Auge blickt

In dem Moment waren wir beide so enttäuscht und sauer, dass Touristen hier so unverblümt ausgenommen werden, dass wir umdrehten und den Rückweg nach oben antraten. Dort angekommen, ließen wir unseren ganzen Frust an der Besatzung des Cafés aus, wo wir wenige Minuten zuvor noch einen Cappuccino geschlürft hatten. Im Nachhinein waren die Damen dort sicher die völlig falschen Ansprechpartner und bekamen unseren Frust vollkommen ungerechtfertigt ab. Uns ging es danach besser, hatten wir doch ein Ventil für den Frust gefunden. Eine Entschuldigung an dieser Stelle bringt sicher herzlich wenig, ich möchte sie aber trotzdem loswerden. Entschuldigung!

Wir gaben die Sache aber nicht gänzlich auf. Maria hatte noch von einem alternativen Eingang gelesen, den wir auch tatsächlich fanden. Dort durften wir mit unserem Ticket passieren und wurden auch nicht um weitere „freiwillige“ Geldtransfers gebeten. Von da an war alles schön. Die Reisterrassen waren schön. Die Farben waren schön. Die Touristen verliefen sich und so genossen wir die Zeit zwischen kleinen frischgrünen Reispflänzchen, saftig grünen Reispflanzen, gelblichen Reispflanzen kurz vor der Ernte und einigen leeren Feldern, die auf die neue Generation warteten. Insgesamt verbrachten wir an diesem Ort viel mehr Zeit als wir ursprünglich gedacht hatten und mussten uns sputen, noch rechtzeitig zu den beiden Tempeln zu gelangen, die wir ebenfalls für diesen Tag auf unserer Liste hatten.

Rituelle Reinigung im Pura Tirta Empul

Der erste war Pura Tirta Empul, der Tempel der heiligen Quelle. Er ist dem Hindugott Vishnu gewidmet und unterscheidet sich in seiner Gestaltung nicht wesentlich von anderen Tempeln auf Bali. Etwas Besonderes jedoch ist die geheimnisvoll sprudelnde Quelle inmitten des Tempelteichs. Ihr Wasser wird von den Balinesen als heilig angesehen und dient der rituellen Reinigung. Dazu befinden sich unmittelbar neben der Quelle zwei Becken mit einer langen Reihe Wasserspeier, unter denen Gläubige eine im doppelten Sinne reinigende Dusche nehmen können. Als wir da waren, tummelten sich zahlreiche Indonesier, aber auch zahlreiche Touristen im Wasser und bildeten regelrechte Schlangen vor den „Duschen“.

Wir entschieden uns gegen das rituelle Bad, hatten wir doch noch einiges vor. Im Nachhinein vielleicht keine so schlechte Idee, spricht Wikipedia doch von einer E.coli-Belastung des Wasser und einigen mutmaßlich von hier stammenden Augeninfektionen. Der Anblick von außen war für mich allemal spannender.

Gunung Kawi: Tempel aus Fels

Tempel Nummer 2 auf dieser Tour war der Gunung Kawi-Tempel. Dieser stammt aus dem 11. Jahrhundert und zeichnet sich durch seine in den massiven Fels gehauenen Schreine aus. Hier kamen wir kurz vor Toreschluss an, sodass wir diesen inmitten von Reisfeldern gelegenen Ort beinah für uns hatten. Das galt insbesondere für einen weiteren kleinen Tempel, der nochmal etwas abseits im Wald versteckt lag. Hier sah es so aus, als hätte man kleine Hütten in den Fels gehauen. Sicher hat es sich dabei aber auch einstmals um Schreine gehandelt.

Affentheater im Ubud Monkey Forest

Augenscheinlich gibt es doch eine Sache, die man in Ubud getan haben „muss“. Ein Besuch im Ubud Monkey Forest, also dem Affenwald. Das ist, wie der Name schon vermuten lässt, ein kleines Waldstück mitten in Ubud, in dem eine Menge Affen leben. Keine besonderen, sondern die gängigen balinesischen Langschwanzmakaken. Außerdem gibt es drei Tempel, die man besichtigen kann. Wie so häufig, beschränkt sich das auch hier auf die Außenansicht, da das Innere einmal mehr den Gläubigen vorbehalten ist. Sehen die Tempel auf Bali äußerlich doch alle recht ähnlich aus, überraschten diese hier durch recht explizite Darstellungen von Gewalt und körperlichen Gelüsten. Oder wer achtet ernsthaft auf den Schildkrötenpanzer?

Für die Kommune, in deren Eigentum sich der Ubud Monkey Forest befindet und die ihn betreibt, hat der Ort ein spirituelle Bedeutung. So wird er nach dem hinduistischen Tri Hata Karana (drei Wege um spirituelles und physisches Wohlbefinden zu erlangen) betrieben. Im Endeffekt soll dieses auf ein harmonisches Leben abzielen. Nun, wer mich kennt, der weiß, dass ich mich mit diesen Dingen recht schwer tue.

Mein Fazit für den Ubud Monkey Forest: Die Tempel sind schön und interessant. Die Affen sind nett anzuschauen, wenn man sie noch nirgendwo anders gesehen hat. Was für mich nicht in Ordnung geht ist der stolze Eintrittspreis von 80.000 IDR pro Person. Für diesen Preis wird verdammt wenig geboten. Nun ja, wir sind eben an einem sehr touristischen Ort und es mag auch aus unseren Augen kein hoher Betrag sein, gemessen am lokalen Preisniveau ist es aber horrend teuer.

Die Laune verdarb es uns jedoch keineswegs. Ein leckeres Abendessen im Warung und ein kleiner Snack in der Unterkunft und schon war die Welt wieder genau so schön wie vorher und wir blickten gespannt auf unseren nächsten Stopp auf Bali.

One comment

  1. Ich hatte beim Lesen des Textes kurzzeitig darauf spekuliert, dass ich beim nächsten Besuch vielleicht eine balinesische Leckerei vorgesetzt bekommen könnte, aber am Ende klang es eher so, als ob ihr Probleme haben würdet, die Speisen noch einmal zu reproduzieren. Schade. Aber es war sicher ein absolut tolles Erlebnis!

    Die Erfahrung, dir ihr an den Reisfeldern gemacht habt, hatte ich in Thailand. Da fällt man ja auch sehr schnell in eine Tourifalle.

    Insgesamt erscheint mir Bali deiner Erzählungen nach aber lohnenswert. Und vielleicht ändert sich ja gerade auch etwas an der touristischen Infrastruktur. Immerhin haben all die Leute, die bisher vom Tourismus gelebt haben, gerade ein großes Problem…

    Tinuz Tinuz

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.